Gute Nachricht für SF-Autoren

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Das »Futur III«-Logo von Spektrum der Wissenschaft

Das nenne ich eine gute Nachricht: »Die Idee überzeugt uns – wir können uns gut vorstellen, dass wir es zumindest einmal mit einem oder auch zwei, drei dt. Autoren ausprobieren.« Chefredakteur Carsten Könneker von Spektrum der Wissenschaft hat auf meine Mail in Sachen deutschsprachige SF geantwortet. Ich hatte die Redaktion des Wissenschaftsmagazins vergangene Woche gefragt 🔗, warum sie in ihrer Rubrik »Futur III« nur Storys von englischsprachigen Autoren bringt und angeregt, es mal mit deutschsprachigen zu versuchen.

Ich war doch überrascht von dieser klaren Aussage. Damit war nicht unbedingt zu rechnen. Aber um so besser.

Falls in nächster Zeit bei einem der Damen und Herren Autoren das Telefon klingelt und jemand von Spektrum der Wissenschaft anruft oder eine Mail mit einer Anfrage im Posteingang liegt, nicht wundern und nicht »Nein« sagen (bitte weitersagen).

Ich wurde übrigens gebeten, der Redaktion eine Liste mit Namen zu schicken, weil niemand dort sich mit der deutschen SF-Szene auskennt. Wenn eine SF-Story von einem, der auf der Liste steht, bei Spektrum der Wissenschaft erscheint, melde ich mich und kassiere ne Provision ;-).

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14 Kommentare zu „Gute Nachricht für SF-Autoren

  1. Danke für die Initiative. Das tat wirklich not. Wahrscheinlich ist ein Teil des schlechten Ansehens, das der Science Fiction immer noch anhägt, einfach auf schlechte Übersetzungen zurückzuführen.
    Wir von der Phantastischen Bibliothek Wetzlar haben jedenfalls Vorschläge für Autoren und diese auch schon kundgetan.

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    1. Das schlechte Ansehen der deutschen SF kann nicht an den schlechten Übersetzungen englischsprachiger SF liegen. Ich glaube, dass das schlechte Image zu einem großen Teil daran liegt, dass an deutscher SF jahrzehntelang nur die „Schundhefte“ (Perry Rhodan & Co.) wahrgenommen wurden (wobei allein schon die Form der Veröffentlichung als negatives Merkmal reichte). Qualitativ hochwertige deutsche SF, die es natürlich schon immer gab, hatte weder eine Lobby noch eine Plattform, sondern war immer ein Nischenprodukt (das selbst von den SF-Fans mitunter kaum wahrgenommen wurde); da reichte auch das Bemühen von Wolfgang Jeschke im Heyne-Verlag nicht. Inzwischen ist es ja so, dass SF in deutschen Verlagen in den Hauptreihen verlegt wird, aber nirgendwo SF draufsteht. Das sehen manche als Beleg dafür, dass deutsche SF im Mainstream angekommen ist. Ich sehe das eher als ein Zeichen dafür, dass sich Bücher, auf denen SF steht, schlecht verkaufen lassen.

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      1. Schlechte Übersetzungen sind sicher nur ein Teil des Problems, aber jemand der unbedarft ein schlecht übersetztes SF-Werk in die Hand nimmt und ferststellen muss, dass es da haufenweise unidiomatische Ausdrucksweisen und logische Unstimmigkeiten (die auch – nicht nur – auf Übersetzungsfehler wie falsch umgerechnete Maßeinheiten oder mangelnden technischen Sachverstand zurückzuführen sind) gibt, kann durchaus zu dem Schluss gelangen, dass es sich um ‚minderwertige‘ Literatur handelt, wo doch allein die Übersetzung ‚minderwertig‘ ist. Das hat natürlich auch mit dem generell geringen Ansehen der SF zu tun, d.h. es wird weniger Wert auf die Sorgfalt der Übersetzung gelegt als bei ‚literarischen‘ Texten (wobei auch hier Pauschalaussagen problematisch sind), mir ist das als Anglistin nur allzu häufig aufgefallen, dass da z.T. sehr abenteuerlich aus dem Englischen übersetzt wird, ohne daruf zu achten, ob das auch gutes Deutsch ergibt.
        Natürlich ist es auch richtig, dass qualitativ hochwertige deutsche SF ein Nischendasein führt bzw. ‚getarnt‘ erscheint, wobei Bücher, auf denen SF steht, sich nicht unbedigt schlecht verkaufen lassen (dagegen spricht, dass gerade einige Verlage ihr F/SF-Programm erweitern, wie z.B. Droemer Knaur), sondern ein anderes Zielpublikum anprechen als solche, auf denen das nicht steht.
        Dass die Autoren dringend eine Lobby brauchen, habe diese auch schon selbst erkannt und zu Beginn eisen Jahres das Branchennetzwerk „PAN“ gegründet, um ihrer Stimme mehr Nachdruck zu verleihen.

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  2. Aufgrund meiner kritischen Bemerkungen zur Übersetzung hat sich die Redaktion von „Spektrum der Wissenschaft“ bei mir gemeldet und nachgefragt. Habe ihnen eine Liste von Stellen übersandt, die ich für schlecht übersetzt hielt. Natürlich kann man da im Einzelfall diskutieren, aber SdW gab am Ende zu, daß die Qualität der Übersetzungen besser sein könnte, und bedankte sich für das Feedback. Die Übersetzer, erfuhr ich dabei, sind nicht anonym, sondern werden im Impressum genannt. – Der andere Ball liegt nun in meiner Hälfte.

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