Perry Rhodan trinkt Kölsch

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Die 2. Perry-Rhodan-Tage in Osnabrück haben mir zu einer weiteren Premiere in meiner erst kurzen »Schriftstellerkarriere« verholfen: Zum ersten Mal ist eine Kurzgeschichte von mir in einem Conbuch erschienen (für Outsider: Conbuch werden die aus Anlass eines Science-Fiction-Treffens vom Veranstalter herausgegebenen Büchlein genannt, die jeder Teilnehmer bekommt).

536Die Geschichte trägt den Titel »Die Helden meiner Jugend«. Sie spielt nicht, wie viele andere Fan-Storys, in der Serienwelt, dem Perryversum, sondern im Universum der Heftromane: Perry Rhodan trinkt Kölsch und trifft auf andere literarische »Helden meiner Jugend« – Ren Dhark, Nick den Raumfahrer, Flash Gordon und Buck Rogers. Es gibt eine Reihe von Anspielungen auf SF-Serien und das Fandom. Meine Frau hat mehrmals laut gelacht und gegrinst, als sie die Geschichte gelesen hat. Also muss sie ganz lustig sein.

Das Conbuch zu den 2. Perry-Rhodan-Tagen Osnabrück hat 68 Seiten im A5-Format und kann bei der Perry-Rhodan-Fanzentrale, dem Veranstalter, bestellt werden (online im Space Shop). Es kostet sieben Euro. Mitglieder der Fanzentrale bekommen es billiger, für vier Euro. Enthalten sind außer meiner Geschichte zwei weitere Kurzgeschichten von Alexandra Trinley und Christina Hacker und neun Sachartikel rund um die Serie.

Immer wieder Perry Rhodan – in Osnabrück

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Wim Vandemaan – allein auf weiter Bühne.

Am vergangenen Wochenende (27. & 28. Mai 2017) war ich in Osnabrück bei den 2. Perry-Rhodan-Tage, organisiert von der Perry-Rhodan-Fanzentrale. Wie vor zwei Jahren zur Premiere war der Exposé-Autor der Science-Fiction-Serie, Wim Vandemaan, gekommen und gestaltete einen Programmpunkt (hier nachzulesen). Ich war erneut erstaunt darüber, wie tief Wim, der im wahren Leben Hartmut Kasper heißt, in die Serie eingetaucht ist, welche Verbindungen er herstellt und welche Einsichten er vermitteln kann, auf die man alleine nie kommt. Als PR-Leser sollte man sich die Chance nicht entgehen lassen, Wim Vandemaan zuzuhören.

Ich habe in der gut einen Stunde, die er mit reichlich Stoff füllte, eine Reihe von Zitaten für alle, die nicht dabei sein konnten, notiert, die ich hier unkommentiert wiedergebe. Manche erschließen sich von selbst, manches ist kryptisch, wenn man den Zusammenhang nicht kennt.

  • Ideen werden überschätzt.
  • Das große Interesse der Leser gilt den Figuren.
  • Es gibt so etwas wie einen Rhodan-Sound.
  • In 3000 Jahren wird es keine bösen Chefs geben.
  • Melodien erkennt man erst, wenn sie sich wiederholen.
  • Alaska Saedelaere stand nicht im Expose. Er war Spieler in einer belgischen Fußballmannschaft.
  • Es erwartet ja niemand hier, dass ich erzähle, was in Band 3000 steht, oder?
  • Die Leser haben Wanderer in die Serie zurückgeholt.
  • Bei den Spekulationen der Leser sind auch richtige Lösungen.
  • Auch andere Leute – Autoren und Leser – haben gute Einfälle. Es wäre ein Fehler, sie nicht zu nutzen.
  • Die Kritik der Leser betrifft einen Zustand, den wir seit 20 Heften hinter uns gelassen haben.
  • Ich stelle mir vor, ich bin kleiner Lare und gehe in die Laren-Schule…
  • Wir gehen nicht in jedes Zimmer des Perry-Rhodan-Hauses.
  • Ich fand die Serie immer dann schwach, wenn eine Figur eine andere ist, und am Ende ist es immer Roi Danton.
  • Wir haben Gucky auf keiner Todesliste.
  • Wir finden SF nicht bei den Kochbüchern oder im Baumarkt. Sie ist ein fantastisches Genre.
  • Rhodan darf nicht zu einem Museum seiner selbst verkommen.
  • Die Scherung ist ein Ereignis, dass es in diesem Universum noch nicht gab.
  • Ich bin ein erklärter Freund von Imperator Dabrifa.

Einen ausführlichen Post über die PR-Tage für den Blog werde ich vorerst nicht schreiben. Es wird ein Artikel in der nächsten SOL, der Mitgliederzeitschrift der Perry-Rhodan-Fanzentrale, erscheinen. Wenn der fertig ist, werde ich sehen, ob noch was übrig ist.


Aber es gibt in der Galerie schon mal ein paar optische Eindrücke.

Der Stapel ist kleiner geworden

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Der Bücherstapel ist geschrumpft, aber es hat auch wieder ein wenig Zuwachs gegeben.

Mit meinem Vorhaben, den Stapel ungelesener Bücher abzubauen (hier angekündigt), bin ich gut vorangekommen. Konsequent habe ich die Finger von neuen Büchern gelassen, sondern nur die alten gelesen. Das Resümee nach zwei Monaten: Ich habe acht Romane und drei Kurzgeschichtenanthologien sowie sechs ältere Heftromane geschafft, zusätzlich zu dem, was ich ohnehin an Lektüre – von der Tageszeitung über Zeitschriftartikel bis zum wöchentlichen Perry-Rhodan-Roman – regelmäßig konsumiere.

Konsequent habe ich auch davon abgesehen, überhaupt neue Bücher zu kaufen; denn die rufen geradezu danach, sie sofort zu lesen (sonst würde man ja die Finger davon lassen). Dem Stapel ungelesener Bücher wurden dennoch zwei neue hinzugefügt: eines, Miniatures von John Scalzi, hatte ich schon vor Monaten bestellt, ein zweites, Black Ice von Frank Lauenroth, habe ich gewonnen.

Der Deutsche Science-Fiction-Preis

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Gabriele Behrend liest beim Medicon in Oldenburg.

Gelesen habe ich im Januar unter anderem die 35. Ausgabe von Exodus, das Magazin für Science-Fiction-Storys und phantastische Grafik. Das erwähne ich hier, weil vor ein paar Tagen die Nominierungsliste für den Deutschen Science-Fiction-Preis (DSFP) bekanntgegeben wurde und eine der Kurzgeschichten daraus – Suicide Rooms von Gabriele Behrend – draufsteht. Wie es der Zufall (?) will, habe ich ausgerechnet diese Story schon zweimal bei Lesungen mit der Autorin gehört, unter anderem beim Medicon im vergangenen Jahr in Oldenburg. Mein Favorit aus Exodus 35 – New Mars Mayflower von R. B. Bonteque – hat es allerdings nicht auf die Nominierungsliste geschafft (dafür der schon erwähnte Frank Lauenroth mit Tube Inc., einer Geschichte aus dem Medicon-Reader, zu Recht).

Wie im Vorjahr habe ich alle bis auf eine der nominierten Kurzgeschichten gelesen. Dafür habe ich keinen der sechs nominierten Romane auch nur in den Fingern gehabt.

Wenn ich mir die Liste so ansehe, reizt mich ohnehin nur ein Buch wirklich: Der Bahnhof von Plön von Christopher Eckert, schon allein wegen des Titels. Das ist jedenfalls ein Kandidat, um den Stapel der ungelesenen Bücher ein Stück zu erhöhen, um zum Schluss wieder aufs eigentliche Thema zu kommen.

Zurzeit lese ich eine Columbus-Biografie.

Von mir gelesen – eine Rezensionen-Übersicht

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Die Liste mit allen von mir in diesem Blog besprochenen Büchern, Magazinen und Zeitschriften habe ich auf diese Seite verschoben.

Zuletzt hinzugefügt wurden:

walker»Alles Licht der Welt« von Hugh Walker – lesen (6.2.2017)
berry»Die Kolumbus-Verschwörung« von Steve Berry – lesen (11.2.2017)

Titelbilder aus der Wiederaufbereitungsanlage

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Zwischen diesen beiden Titelbilder liegen 46 Jahre – aber sie ähneln sich doch. © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Na, das kenne ich doch. So ähnlich habe ich reagiert, als ich gestern das Cover-Motiv von Perry Rhodan Neo 137 »Schlacht um die Sonne« sah. Ich musste auch nicht lange überlegen, denn die Vorlage ist mir so präsent wie kaum ein anderes Titelbild der deutschen Science-Fiction-Serie: »Der alte Admiral«, Nr. 448, aus dem Jahr 1970 ist der erste Perry-Rhodan-Roman, den ich gekauft habe und der mich gleich ans Perryversum gefesselt hat.

Die Verwandtschaft ist augenfällig. Aus der Sonne rechts im Bild rast ein Raumschiff nach links vorne davon, einen Schweif aus Abgasen beziehungsweise brodelnder Materie hinter sich herziehend. Farben und Malweise in Johnny Brucks Bild von 1970 sind ein wenig expressionistisch, es war immerhin die Flower-Power-Zeit; die Arbeit von Dirk Schulz/Horst Gotta ist eher naturalistisch. „Titelbilder aus der Wiederaufbereitungsanlage“ weiterlesen

So war es beim Buchmesse-Convent 2016

Buchmesse-Convent 2016
Es war viel los beim BuCon.

Es muss eine geheimnisvolle Verbindung zwischen Axel Kruse und mir geben. Vielleicht kann er Gedanken lesen oder es spüren, wenn ich mich ihm nähere. Jedenfalls ist er auf jedem Con immer der erste Bekannte, der mir über den Weg läuft. Das war beim Coloniacon in Köln so, beim MediKon in Oldenburg und jetzt wieder beim BuCon 2016 im Bürgerhaus von Dreieich-Sprendlingen, wo sich am 23. Oktober die deutsche literarische Phantastikszene getroffen hat. Axel kenne ich sei dem Schlosscon 2014 in Schwerin, als er den Deutschen Science-Fiction-Preis für seine Kurzgeschichte »Seitwärts in die Zeit« bekam.

Er ist also ein waschechter Science-Fiction-Autor, was allerdings auf dem Buchmesse-Convention, wie BuCon in der Langform heißt, nichts Besonderes ist. Da laufen immer eine Menge rum, und ich will gar nicht erst versuchen, auch nur die aufzuzählen, die ich persönlich kenne (bestimmt würde ich jemanden vergessen). „So war es beim Buchmesse-Convent 2016“ weiterlesen

»Thez« – ein Superroman zum Abschluss

pr2874Nach der Lektüre von Perry Rhodan #2874 »Thez« juckt es mir in den Fingern, eine Besprechung bzw. so etwas wie ein Fazit zu dem abgelaufenen Zyklus zu schreiben.

Achtung, Spoilergefahr!

Angefixt von einigen Andeutungen über Rhodans Schicksal bei Facebook, habe ich den Roman nicht eine Sekunde liegen lassen und ihn in einem Rutsch gelesen. Es hat sich gelohnt. Selten hat mich in letzter Zeit ein Heft so angesprochen wie dieses. Wim Vandemaan und Christian Montillon haben ihre Sache gut gemacht.

Für alle, die sich im Perryversum nicht auskennen, versuche ich eine ganz knappe Zusammenfassung, die natürlich auch nicht ansatzweise wiedergeben kann, was in 175 Heftromanen passiert ist. „»Thez« – ein Superroman zum Abschluss“ weiterlesen