Die Mona Lisa lächelt nicht

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Alle wollen einen Schnappschuss der Mona Lisa machen.

Zu Ostern haben wir die Mona Lisa zu Hause besucht. Seit mehr als 450 Jahren hängt sie im Louvre in Paris ab. Dorthin wurde sie 1660 gebracht, als sie schon 160 Jahre auf dem (nicht vorhandenen) Buckel hatte. Eigentlich hieß sie Lisa Gherardini und war die Gattin von Francesco del Giocondo, weshalb sie »La Gioconda« genannt wird. Ihr Bild ist vermutlich das bekannteste Gemälde überhaupt (vermutlich habe ich wieder gestrichen; das ist mit Sicherheit so).

 

La_Gioconda
Lächelt die Mona Lisa? Ich finde, nein.

Erwartungsgemäß waren wir nicht die Einzigen, die La Gioconda die Aufwartung machen wollten. Der Louvre ist auch ihretwegen das meistbesuchte Museum der Welt. Also steht man erst in der Schlange vor dem Eingang eine gute Stunde im Regen, macht Verrenkungen, um den drohenden Krampf im linken Bein zu verhindern, und stößt dann in der Abteilung »Italienische Gemälde« auf eine Traube von Menschen, von denen die meisten ihr Smartphone hochhalten, um ein Foto von ihr zu machen. Abgesehen von der fehlenden Musik ist es ein wenig wie bei einem Popkonzert. Mona sehen wir also nur aus der Ferne.

Wer das Bild genau betrachten möchte, hat dazu im Museum keine Chance (außer man kennt den Direktor persönlich und er lässt einen dienstags oder abends rein, wenn das Museum geschlossen ist). Aber es gibt im Internet hochauflösende Reproduktionen, zum Beispiel bei Wikipedia.

Berühmt ist die Florentinerin für ihr Lächeln. Welches Lächeln? Ich habe mich schon immer gefragt, wie man auf diese Idee gekommen ist. Bei einem Lächeln sind die Mundwinkel nach oben gezogen. Das ist bei Mona allenfalls angedeutet. Sie ist vielleicht amüsiert über das Gewese, das der Künstler um sie macht, will sich das aber nicht anmerken lassen. Leonardo da Vinci muss in ihr etwas Besonderes gesehen haben, sonst hätte er das Bild nicht 1516 mitgenommen, als er auf Einladung von König Franz I. nach Frankreich ging. Dort ist er im Mai 1519 gestorben. Aus seinem Nachlass kam das Bild übrigens in den Besitz Frankreichs.


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La Gioconda im Louvre