Ein Ausflug ins Weltall

Der Exoplanet HD 189733b ist ein jupiterähnlicher Himmelskörper in einer sonnennahen Umlaufbahn. Es handelt sich hier natürlich um eine künstlerische Darstellung. Bild: Nasa/Esa, M. Kornmesser
Der Exoplanet HD 189733b ist ein jupitergroßer Himmelskörper in einer sonnennahen Umlaufbahn. Es handelt sich hier natürlich um eine künstlerische Darstellung. Bild: Nasa/Esa, M. Kornmesser

Ich bin kein Naturwissenschaftler, aber mich haben Physik, Chemie und vor allem Astronomie schon als Kind interessiert. Deshalb verfolge ich sehr aufmerksam, was die Wissenschaft so alles über das Weltall herausfindet. Das faszinierendste Gebiet ist derzeit die Suche nach Exoplaneten, also Planeten, die um andere Sonnen als die unsere kreisen. Wenn ich noch mal die Wahl hätte, welchen Beruf ich ergreifen sollte, ich würde vielleicht Exoplanetenforscher werden.

Heute las ich einen Beitrag darüber, dass Astronomen einen Planten entdeckt haben, der zu groß für seine kleine Sonne ist (bei Spektrum.de). Der Stern mit der Bezeichnung HATS-6, ein so genannter Roter Zwerg, ist 560 Lichtjahre von der Erde entfernt, halb so groß wie unsere Sonne, vergleichsweise leuchtschwach und kühl. HATS-6 wird nun von einem jupitergroßen Planeten – HTAS-6b – innerhalb von 3,3 Tagen in einem Abstand von nur ein paar Millionen Kilometern umkreist.

Bis vor wenigen Jahren kannten wir nur unser eigenes Sonnensystem. Es besteht – so weit wir wissen – aus acht Planeten mit ihren Monden, einer Handvoll Zwergplaneten wie Pluto oder Ceres und ungezählten Asteroiden, Meteoriten und Kometen. Hier geht es ziemlich gemächlich zu. Der innerste und kleinste Planet, Merkur, braucht 88 Tage, um die Sonne einmal zu umkreisen. Sein Abstand zur Sonne beträgt etwa 60 Millionen Kilometer. Der äußerste Planet in einer Entfernung von 4,5 Milliarden Kilometern ist Neptun. Er benötigt für einen Sonnenumlauf 165 Jahre.

Darüber, ob es andere Planetensystem gibt und wie sie aussehen, konnte man lange nur spekulieren, was SF-Autoren immer wieder gerne gemacht haben. Inzwischen sind rund 2000 extrasolare Planeten bekannt, und sehr zur Verblüffung der Astronomen sind die Verhältnisse in den anderen Planetensystem völlig anders als bei uns zu Hause. Es gibt zum Beispiel so genannten Supererden. Das sind Planeten, die wie die Erde aus (festem und flüssigem) Gestein bestehen, aber deutlich größer sind, und es gibt Planeten wie HATS-6b, die ihre Sonne in einem geringen Abstand umkreisen. Ich habe das mal überschlagen und komme auf eine Umlaufgeschwindigkeit, die zwei bis dreimal so groß ist wie die des Merkurs.

Mit HATS-6b machen die Forscher die gleiche Erfahrung wie mit vielen anderen Entdeckungen in der Geschichte der Astronomie: Die alten Theorien passen nicht und müssen über den Haufen geworfen werden. Das tun Wissenschaftler ständig, aber in der Exoplanetenforschung, so ist mein Eindruck, geht das im Moment Schlag auf Schlag. Das macht es so spannend. Und es lehrt uns eins: Wir sehen nur einen winzigen Ausschnitt, und schon morgen können wir auf etwas stoßen, dass alles verändert (wie die Entdeckung der Dunklen Energie, aber das ist ein anderes Thema, von dem ich noch weniger Ahnung habe als von Planetenforschung).

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Ein Kommentar zu „Ein Ausflug ins Weltall

  1. Ja, es gibt atemberaubende Erkenntnisse, und ich wünschte, die Menschheit würde sich mit diesen Gedanken etwas mehr beschäftigen und etwas weniger damit, wie sie am schnellsten unseren schönen blauen Planeten zerstören kann. LG .-) Lewi

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